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Optimus Nova+ Multifuel Kocher und Optimus Nova Expeditionskocher SpezKr – Review und Vergleich

Optimus Nova+ und Nova

Die Firma „Optimus“ gehört zur bekannten Marke und Firma „Katadyn“ aus der Schweiz. Katadyn hat sich mit Wasseraufbereitung einen Namen gemacht und ihre Kocher unter der Marke „Optimus“ inzwischen auch. Die deutschen Spezialkräfte finden in ihrer umfangreichen Ausrüstung auch einen „Optimus Nova“ vor. Wir hatten die Gelegenheit, einen zivilen Nova+ und einen „Expeditionskocher SpezKr“ nebeneinander zu sehen und euch im folgenden Teil vorzustellen…

Verpackung und Lieferumfang: Wir beginnen mit dem zivilen, für Jedermann erhältlichen Optimus Nova+

Optimus Nova+ ausgepackt

Optimus Nova+ ausgepackt.

Zu sehen sind nun von rechts nach links: Die Verpackung – ein relativ kompakter Karton, die Transporttasche (in dieser befindet sich der Brenner/Kocher, die Benzinpumpe und der Windschutz), als letztes folgt links die Betriebsanleitung, ein Hinweis-Kärtchen, ein paar Ersatzteile, eine Tube Schmierfett sowie ein kleines „Multitool“. Eine Flasche für Brennstoff ist nicht im Lieferumfang gewesen, das ist standardmässig so. Hier muss man aber nur die Augen offen halten, ab und zu gibt es Angebote in Online-Shops bei denen eine Brennstoff-Flasche dabei ist. Manchmal sogar ohne Aufpreis.

Der Brenner verbrennt laut Optimus: Reinbenzin, Petroleum, Diesel, Kerosin und bleifreies Benzin. Also eigentlich alles, was brennt. Ob 70% Rum funktioniert, muss bei Gelegenheit getestet werden.
Die durchschnittliche Brenndauer beträgt laut Hersteller, je nach Brennstoff und Menge – maximal 2,5 Stunden bei voller Leistung. Das kann von uns bestätigt werden, dieser Kocher ist sehr sehr sparsam. Eine 0,4 L Flasche war bei mittel- bis schwacher Leistung nach 2 Stunden noch knapp bis zur Hälfte gefüllt! Die durchschnittliche Kochzeit für einen Liter Wasser beträgt laut Hersteller 3,5 Minuten. Ein Jetboil Flash braucht dafür nur rund 2,5 Minuten.

Um kurz einen kleinen Exkurs hier rein zu quetschen: Ein Blick auf Leistungsdaten wie „BTU“ und „Watt“ liefern bei Kochern wichtige Zusatzinformationen. So steht BTU z. B. für „british thermal unit“ und diese Zahl sagt aus, wie viel Wärmeenergie vorhanden ist um ein britisches Pfund Wasser um 1 Grad Fahrenheit zu erwärmen. Hier beträgt die BTU bei dem Jetboil  4.500 BTU bei 900 Watt und beim Optimus Nova 9.725 BTU bei 2850 Watt. Watt ist hier der Verbrauch um den BTU Wert zu erzeugen. Wenn man nun diese Zahlen her nimmt und ausrechnet: BTU geteilt durch Watt – erhält man eine Zahl, die gewissermaßen als Energieeffizienz bezeichnet werden kann. Hier muss man aber auch beachten: 1 Watt entspricht der Umrechnung nach 3,412 BTU – Somit ist alles über 3,412 effizienter „als normal“. Das Ergebnis wäre beim Jetboil eine Energieeffizienz von 5 und beim Optimus Nova rund 3,41 – 3,41 ist, wie erwähnt, die reguläre Umrechnung von 1 Watt in 1 BTU. Somit ist der Optimus Nova in diesem Vergleich zwar an sich nicht effizienter was die Wärmeleistung angeht – sie ist nur höher als beim Jetboil (9.725 vs. 4.500 – und 3,412 BTU für 1 Watt vs. 5 BTU für 1 Watt). Die Energieeffizienz kommt beim Jetboil meiner Meinung nach wohl nur durch die effizienter gestaltete Wärmeleitung und Isolierung des „Kochtopfs“ (An dem Boden des Kochtopfs“Bechers“ befindet sich ein Gerippe) zustande. Dennoch, hier geht es nicht um den Jetboil – Der Optimus Nova hat auf jeden Fall einen niedrigen Verbrauch und ist durch die Wahl an verschiedenen Brennstoffen sehr flexibel ist – doch leider dadurch auch etwas kompliziert.

Wer Gas-Kartuschen gewöhnt ist, der muss – wenn er das Teil das erste mal befeuern will – die Anleitung neben den Kocher legen, so wie wenn man ein Ikea Regal aufbaut. Mit der Zeit kommt man in Übung, dennoch ist so ein Multifuel-Kocher wirklich ein Abenteuer. Erst alles miteinander verbinden/anschließen, überprüfen das alles zu ist was noch zu sein soll, dann muss Druck innerhalb der Brennstoff-Flasche mithilfe der Pumpe erzeugt werden. Wenn dann genügend Druck vorhanden ist, kann die Flasche entweder auf links oder rechts für „on“ und „off“ gelegt werden. Je nach dem wie sie liegt, bekommt der Kocher den Brennstoff. Danach können die weiteren Ventile geöffnet und der Kocher dann auch angezündet werden. Aber bevor es richtig los geht muss der Kocher angewärmt werden – das heisst, etwas Brennstoff in den Brenner lassen und anzünden, das sich der Kocher erhitzt. Dann kann man richtig Gas geben… Das Ausschalten hingegen, ist relativ „einfach“ – dauert aber etwas, da z. B. der Kocher erst abkühlen muss und es bleibt aber eben auch Brennstoff in den Schläuchen, am Kocher, im Kocher – etc.  Sich mal also „kurz nen Kaffee machen“ ist nicht.

Hergestellt sind die Kocher aus Messing, Aluminium und Stahl. So wird so ein Kocher sicherlich sehr lange halten. Die mitgelieferten Ersatzteile, auch beim zivilen Nova+ Modell aus diesem Test, sind sicherlich mehr als ausreichend.

Der Kocher wiegt rund ein halbes Kilo, zusammengepackt in der Tasche. Ich habe mir noch kleine verschließbare Plastiktüten besorgt, denn nach Entnahme der Benzinpumpe muss man diese noch ausschütteln und den restlichen Brennstoff entweder entweichen lassen, oder eben in eine dichte Tüte stecken. Das ist ein wesentlicher Nachteil, wenn man es eilig hat mit dem Kochen und dann einfach schnell alles wieder einpacken muss.

Vergleich Nova+ ausgepackt

Optimus Nova+: Transporttasche, Kocher und Zubehör ausgepackt.

Links zu sehen: Der Inhalt der Transport-Tasche ausgepackt. Der Windschutz ist ganz nützlich, dennoch frage ich mich ob das Blech nicht irgendwann durch gebogen ist. Außerdem hat es teilweise kleine, scharfe Kanten – da muss man beim Einpacken gut aufpassen. Ich werde den Windschutz wohl mit einem stabilen Teil mit Scharnieren ersetzen. Da der Wind einiges „ausmachen“ kann, im wahrsten  Sinne des Wortes, sollte man da nicht sparen.

 

 

 

 

 

 
 
 

Was unterscheidet den Optimus Nova und den Optimus Nova+ ?

Eine Einzige Sache: Den „Powerline“ genannten Brennstoffschlauch, der gleichzeitig als Regler dient. Siehe oben Bild Mitte über der schwarzen Tasche und folgendes Bild:

Vergleich Kocher Optimus

Optimus Nova (links) und Nova+ (rechts).

Hier sollte es klar sichtbar sein. Links der Nova und rechts der Nova+. Dadurch, das der Schlauch gleichzeitig auch Regler ist, wiegt der Kocher 30g weniger. Auch das Packmaß ist etwas kleiner. Dennoch muss ich persönlich sagen, das mir der Hebel zum drehen ganz gut so gefällt. Denn einen Schlauch zu drehen ist irgendwie total unpraktisch – Vor allem mit Handschuhen. Beim drehen schmeiße ich außerdem ständig fast den Kocher um.

Siehe außerdem die Brenner – der linke ist noch jungfräulich, der rechte wurde schon mal befeuert. So müssen sich die Tarn-Fetischisten keine Sorgen über glänzende Kocher im Verfügungsraum machen. Die Rußbildung muss auch bedacht werden und der Kocher regelmäßig gewartet und gepflegt werden.

 

 

 

 

 

 

 

Verpackung und Lieferumfang: Expeditionskocher SpezKr – Optimus Nova:

So aber noch mal zurück – zur Verpackung und Lieferumfang des Vergleichsobjekts. Der Expeditionskocher SpezKr / der Optimus Nova für die Bundeswehr kommt in einer solchen Verpackung:

VGLAUSSEN

Verpackung des Expeditionskocher SpezKr

 

Der Lieferumfang des Expeditionskocher SpezKr ist wesentlich größer. Denn der Lieferumfang umfasst neben der Transport-Tasche (in dieser befindet sich – wie beim Nova+ auch – der Brenner/Kocher, die Benzinpumpe und der Windschutz), eine kurze Betriebsanleitung, einen umfangreichen Satz an Ersatzteilen, eine Tube Schmierfett, ein „Multitool“, außerdem zwei verschiedenen Flaschen für den Brennstoff (0,6 L und 1 L) und zu guter Letzt eine große Netztasche als Transporttasche für den ganzen „Satz“.

Kocher ausgepackt Nova

Expeditionskocher SpezKr: Inhalt des ganzen Kocher-Sets.

Vergleich: Expeditionskocher SpezKr und Optimus Nova+

Die Außenverpackung im direkten Vergleich, nicht sehr spektakulär:

VGLPACK

Verpackung der zivilen Nova+ Variante neben dem Expeditionskocher Plastikbeutel.

Ein Vergleich der Taschen (oben SpezKr unten zivil):

Vergleich der Taschen

Transporttaschen im Vergleich. Oben: Expeditionskocher. Unten: Nova+.

Die Benzinpumpen sehen gleich aus…

Benzinpumpe

Die Benzinpumpe ist im Grunde gleich.

… aber eine besitzt eine Aufschrift:

Aufschrift

Die Pumpe für das Bundeswehr Modell hat eine Beschriftung.

Diese ist nicht nur auf der Tasche oder der Benzinpumpe, sondern auf mehreren Teilen zu finden:

VGLBRENNER

Der Kocher ist ebenfalls beschriftet. So kann der Bundeswehr nichts verloren gehen.

Hier auch noch mal die Brennstoff-Flaschen im Detail – die Größen sind 0,6 L (M) und 1 L (L):

Optimus Brennstoff Flaschen

Brennstoff-Flaschen für den Expeditionskocher.

Und zuletzt das Zubehör im Vergleich. Rechts der Nova+ und links der Expeditionskocher SpezKr, Optimus Nova:

VGLZUB

Das Zubehör der Kocher im Vergleich. Links: Expeditionskocher SpezKr. Rechts: Optimus Nova+.

Fazit

Generell sind Multi-Fuel Kocher eine Klasse für sich, daher war der Vergleich mit einem Gaskartuschen Kocher wie den Jetboil eigentlich unpassend. Denn ein Multi-Fuel Kocher ist für ganz andere Zwecke gedacht – und Umgebungen in denen Gaskartuschen eben versagen. Das wären Zwecke und Umgebungen wie: Hochgebirge, Expeditionen, überall wo es nur limitierte Möglichkeiten was Beschaffung und Verbringung angeht gibt… Einen Multifuel Kocher sollte sich nur der zulegen, der entweder: Die Technik geil findet; Der Meinung ist das es bei der Zombie-Apocalypse irgendwann keine Gaskartuschen mehr gibt; die Leute die auf den Feldberg wandern und sich fühlen als hätten sie einen 8K bestiegen; Die die jedes Wochenende im Harz wandern sind, aber nie Bock haben auf die Zugspitze zu gehen und auf 2000 zu biwakieren und natürlich alle, die auf Touren oder Expeditionen über 2500m Höhe unterwegs sind.

Für eine normale „Urlaubs-Wanderung“ – reicht ein normaler Gas-Kocher. Für alle anspruchsvolleren Touren und Reisen – und vorausgesetzt man hat Zeit für das Kochen und ist geübt im Feuer machen – ist so ein Optimus Nova sehr geeignet. Man sollte allerdings die Funktion – und vor allem seine eigenen Fähigkeiten an dem Kocher „üben“! Denn so ein Multi-Fuel Kocher ist wirklich anspruchsvoll im Vergleich zu einem Gaskartuschen-Kocher.

Vorteile:

  • Stabil und solide verarbeitet, hochwertiges Material
  • Sparsam im Verbrauch 
  • Sehr vielseitig in der Brennstoffauswahl
  • Funktioniert in jeder Umgebung, bzw. Höhe

Nachteile

  • „Zeit-intensiv“ – Mal schnell innerhalb von 5 Min Kaffee machen, ist nicht. Allein das Aufwärmen und Abkühlen an sich kostet viel Zeit.
  • Es verbleiben Brennstoff-Rückstände in den Schläuchen und am Kocher, dieser Brennstoff kann an die Ausrüstung/Rucksack/Klamotten geraten, wenn man mal in Hektik alles schnell einpacken muss.
  • Ein hochwertiger Windschutz und ein paar Plastiktüten sollten ergänzt werden.
  • Inbetriebnahme erfordert Übung

Der Optimus Nova und Nova+ ist ein praktischer Multifuel-Kocher, doch nur für die Leute, die auch so einen Kocher benötigen. Für einen Tag am See, Camping, Übung, etc. … reichen „herkömmliche“ Gaskocher. Für Touren und Expeditionen jenseits der 2000m/3000m, zur Zubereitung von Essen und Getränken im Lager/Camp ist so ein Kocher wiederum praktisch. Denn die Inbetriebnahme erfordert Zeit und Übung, außerdem muss darauf geachtet werden, den Kocher ohne auslaufenden Brennstoff sauber wieder zu verstauen. Die Verarbeitung ist sauber und hochwertig. Ich würde neben einem stabileren Windschutz mit Scharnieren zum zusammenklappen außerdem einen Kochtopf empfehlen, der ein „Gerippe“ an der Unterseite besitzt, diese leitet die Wärme besser und so kocht das Wasser schneller.

Nova oder Nova+? – Das ist kommt auf den Geschmack und die Bedürfnisse an.

  • Optimus Nova+
  • Expeditionskocher SpezKr (Optimus Nova)
Vergleich Nova+ ausgepackt Dieses Modell reicht für Zivilisten aus. Wenn man glück hat, kann man diesen Kocher für günstiges Geld ergattern, vielleicht sogar inklusive einer Brennstoffflasche. Ich persönlich würde vom Nova+ abraten, mir gefällt der Nova besser, da der abklappbare Drehregler einfach besser zu bedienen ist. Wer aber 30g sparen will, der sollte sich den Nova+ holen.
Kocher ausgepackt Nova+ Der Expeditionskocher SpezKr ist wesentlich umfangreicher ausgestattet als das zivile Modell. Aber das ist auch kein Wunder, schließlich ist der Kocher für Expeditionstouren der Spezialkräfte gedacht und die Soldaten sollen ja nicht selbst noch ihre Ausrüstung ergänzen müssen mit Brennstoffflaschen oder Ersatzteilen.

• Lieferumfang: Nova+ und Nova kommen neben dem „Brenner“ mit Benzinpumpe, Multitool, Windschutz, Transport-Tasche, Ersatzteilen und Schmierfett. Eine Flasche für Brennstoff muss man oft selbst beschaffen, diese ist nicht standardmäßig beim Kocher dabei! Hier darauf achten, dass der Verschluss der Benzinpumpe passt. Hier geht man auf Nummer sicher, wenn man die Flaschen von Optimus kauft.
• Bezugsquelle: Internet. Der „Expeditionskocher“ Kocher für die SpezKr ist unseren Informationen nach nicht oder nur sehr schwer und mit viel Glück im Handel erhältlich. Wir hatten für diesen Beitrag die Gelegenheit Bilder zu machen, daher bitte keine Anfragen – wir besitzen diesen Kocher nicht und kennen auch keine Quelle für das Bundeswehr-Modell. Vielen Dank für die Bilder an dieser Stelle!
• Preis: Verschieden, Angebote von 70€ bis hin zu 200€, je nach Ausstattung und Zubehör. Es gibt die Kocher entweder ohne oder manchmal sogar mit Kartusche als Set. Gebrauchte sind auch ab und zu im Internet zu finden.

Quellen:
Datenblatt Optimus Nova
Datenblatt Optimus Nova+
Jetboil Flash
BTU Einheit
Optimus/Katadyn

Anbei noch das Modellblatt (4 Seiten) der LHBw:

  • Seite 1
  • Seite 2
  • Seite 3
  • Seite 4
Modellblatt Kocher S. 1
Modellblatt Kocher S. 2
Modellblatt Kocher S. 3
Modellblatt Kocher S. 4

One comment

  1. Alex
    25. August 2016 at 9:09

    Tolles informatives und gut geschriebenes Review! Danke!

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